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CHRONOLOGIE

 

SIGIRIYA   /   KANDY   /   ANARADHAPURA

Anuradhapura, Stadt des Glaubens

Anuradhapura, eine antike Stadt, die lange im Dschungel versteckt und vergessen war. Im vierten Jahrhundert vor Christus gegründet, entwickelte sie sich zum religiösen und politischen Zentrum, war mehr als tausend Jahre Königssitz der Insel Sri Lanka.

Zentrum der Stadt war der heilige Bodhi-Baum, ein Ableger jenes Pappel-Feigen-Baumes in Indien, unter dem Siddhartha Gautama seine Erleuchtung erfahren hat und zu Buddha wurde. Um dieses Zentrum wurden buddhistische Klöster und Wohnanlagen für die Mönche gebaut, Stupas und Tempel errichtet.

Man geht davon aus, daß damals in Anuradhapura bereits über 100 000 Menschen lebten, hochzivilisiert und modern, auf einer Fläche von über 40 Quadratkilometern. Für die Wasserversorgung dieser Trockenregion im Norden Sri Lankas wurden künstliche Seen angelegt, die den Monsunregen speicherten und die Bewässerung der Reisfelder regulierbar machten. Anuradhapura war eine blühende antike Metropole – bis sie im 11. Jahrhundert nach verlorenem Krieg aufgegeben und verlassen wurde.

Nur der Bodhi-Baum, die Wurzel des buddhistischen Glaubens in Sri Lanka, wurde gepflegt und geschützt. Er gilt als der älteste historisch dokumentierte Baum der Welt und ist bis heute das Ziel vieler Pilger. Die antiken Stadtruinen, Monumente und Klöster werden seit mehr als 100 Jahren erforscht, freigelegt und restauriert.

Aber noch gibt diese archäologische Stätte einer frühen buddhistischen Zivilisation viele Rätsel auf.

Daten & Fakten

Kulturdenkmal: Heilige Stadt Anuradhapura

Unesco-Ernennung: 1982

250 v. Chr. - 1017 Hauptstadt des singalesischen Königreiches, dann "im Dschungel" vergessen

um 1820 durch britische Expedition wiederentdeckt

1890 archäologische Ausgrabungen

Kandy, Lebendiger Buddhismus

Im Herzen Sri Lankas, im gebirgigen Dschungel, liegt "Kanda-uda-pas-rata, einst das "verborgene Königreich in den Bergen". Die Briten eroberten 1815 die Stadt und verkürzten den Namen zu "Kandy".

Bedeutendstes Bauwerk im Mittelpunkt der lebendigen Stadt ist der Tempel des Zahns, der Dalada Maligawa. Hier wird die wichtigste Reliquie des Buddhismus in Sri Lanka aufbewahrt: Ein Zahn Buddhas, zugleich ein bedeutendes Symbol des Nationalstolzes. Aus der ganzen Welt pilgern die Menschen zu den täglichen Andachten. Einmal im Jahr wird dem heiligen Zahn eine prächtige Prozession gewidmet: Die Perahera, eine der größten buddhistischen Prozessionen der Welt. Zeremonien und Rituale sind über die Jahrhunderte unverändert geblieben. Hunderte von geschmückten Elefanten, Tänzern und Fakiren, Musikanten und Würdenträgern aus dem ganzen Land bilden eine riesige Bühne für die traditionelle Kunst und Kultur Kandys.

Um den Tempel des Heiligen Zahns herum liegen architektonisch und historisch bedeutende Gebäude: Der Palast des Königs und die Audienzhalle, in der die Kapitulationsurkunde und später die Erklärung zur Unabhängigkeit Sri Lankas vom britischen Kolonialreich unterzeichnet wurde. Ein verwunschenes Badehaus am Ufer eines künstlichen Sees mitten in der Stadt und ein uralter heiliger Baum erinnern an die königliche Vergangenheit.

Heute ist Kandy eine moderne Stadt, in der der buddhistische Glaube lebendig geblieben ist.

Daten & Fakten

Kulturdenkmal: »Zahntempel« Dalada Maigawa mit der Reliquie eines Zahnes von Buddha, zwei buddhistische Mönchsklöster und Hindutempel Natha Dewale

UNESCO-Ernennung: 1988

14. Jh. Natha Dewale, einer der vier wichtigen Hindutempel der Stadt

1707-39 Bau des heutigen Zahntempels unter König Narendrasingha sowie Ausbau unter dessen Nachfolgern

1784 Bau der Audienzhalle

1798-1815 Regentschaft des letzten Kandy-Königs Sri Vikrama Rajasingha

1801 Anlage des Kandy-Sees

1815 Einnahme durch englische Kolonialtruppen und Unterzeichnung der Kandy-Konvention

1913 Hermann Hesse veröffentlicht Reisenotizen, Essays und das »Tagebuchblatt aus Kandy« in seinen Aufzeichnungen »Aus Indien«

1972 Ausrufung der Republik Sri Lanka

Sigiriya, Sagenhafte Felsenfestung

Im Herzen der Insel Sri Lanka, im 5. Jahrhundert nach westlicher Rechnung: Ein verblendeter Sohn stürzt den Vater vom Thron. Doch er will nicht nur die Macht, auch die Schätze des Königs.

Der, ein großer Erbauer von Bewässerungssystemen antwortet: "Mein Reichtum ist das Wasser!". Der Thronräuber gerät außer sich vor Wut, kettet den Vater an einen Felsen und läßt ihn qualvoll verdursten. Er verjagt seinen Bruder, den rechtmäßigen Erben, aus dem Land. Doch bald beherrscht nur noch die Angst vor dessen Rache seine Gedanken. Er flieht in den Dschungel, hoch auf einen unzugänglichen Felsen und mauerte sich dort mit seinen Schätzen ein.

Dem Wahn des Vatermörders verdanken wir einen herrlichen Palast zwischen Himmel und Erde, ein achtes Weltwunder sagen manche. Die Felsenfestung von Sirigiya mit den Resten des Palastes, den Zisternen, Pools, erotischen Fresken, Felsenhöhlen und Wassergärten zeugen noch heute von den übermenschlichen Taten eines Gehetzten. Dessen tragische Geschichte erzählt die filmische Dokumentation über die Festung in den Wolken - ein sagenhaftes, aber wahres Kapitel aus der früheren Geschichte einer Insel voller Legenden.

Daten & Fakten

Kulturdenkmal: "Himmelsfestung" auf 200 m hohem Granitbuckel

UNESCO-Ernennung: 1982

477-495 unter Kassapa I. Residenz

495 bei der Schlacht von Habarane Selbstmord von Kassapa und ungeteilte Macht für dessen Halbbruder Moggallana

19. Jh. Wiederentdeckung durch englische Militärs und Kolonialbeamte

 

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